Ein Blick auf uns von außen
Beschreibung von Bílina, Teplice und Zaječice in der Bibel des europäischen Kurtourismus
James Johnson hat das Leben in Teplice und Bílina in seinem Buch auf einzigartige Weise eingefangen. Und zwar aus einer für uns äußerst interessanten, unparteiischen Perspektive, da er unsere Lebensumstände nicht kannte. Dies führte auch dazu, dass Johnson manche Dinge nicht ganz korrekt erfasste, beispielsweise die genaue Entstehungsgeschichte der „Sedlce-Pulver“. Was wir jedoch völlig genau lesen, sind Johnsons unmittelbare Empfindungen.
Ein Buch des Arztes und Weltenbummlers James Johnson, dessen Titel sich frei übersetzen ließe als „Wandern durch die heiligen Kurorte“Dieses Werk kann als Standardwerk auf diesem Gebiet bezeichnet werden. Es ist in einer geistreichen und sehr lesbaren Sprache verfasst, voller Sarkasmus und englischem Humor, und seine Popularität zeigt sich in den zahlreichen Neuauflagen. Sie können es auch in einer komplett neuen Ausgabe erwerben.
Johnsons Reise von Prag nach Teplice, einem europäischen Kurort

Das Frontispiz von Johnsons Originalbuch aus dem Jahr 1841, erschienen in London.
Johnson entspricht hier nicht der Rolle eines Autors wissenschaftlicher Literatur, sondern beschreibt seine Reisen aus der Perspektive eines Besuchers. Seine Beobachtungen waren den Lesern stets sehr nah. Besonders interessiert hat uns der Teil, in dem er seinen Besuch in Teplice, Zaječice und Sedlec schildert. Seine Erzählung beginnt mit der Abreise aus Prag und der Beschreibung des Verlusts und Wiederfindens eines Passes, verbunden mit einem Lob an die Prager Polizei. Johnson stellt fest, dass die örtlichen Beamten die höflichsten und zuvorkommendsten in ganz Europa seien. Anschließend beschreibt er eine Reise durch die kegelförmigen Hügel des Mittelgebirges entlang der Elbe, wo er die unglaubliche Fruchtbarkeit der Region und die prächtigen Burgen bewundert.
Nach seiner Ankunft in Teplice beurteilt er den Landkreis Teplitz-Schönau als „Definitiv das schönste Spa in Europa“Die Quellen sind von morgens bis abends bei den Besuchern sehr gefragt. Nachdem er die Wirkung der Quellen beschrieben hat, merkt er an, dass es in Teplice einen Laden geben sollte, der ausrangierte oder gebrauchte Krücken verkauft. In dieser Hinsicht ist seine Einschätzung von Teplice wirklich hervorragend.
Sein Verbindungsoffizier in Teplice ist der junge Kurarzt Theodor L. Richter. Von Beginn seines Besuchs an ist Johnson begeistert vom Damenbad, das er als einer der wenigen Männer in Begleitung des Chefarztes betreten durfte und das ihm sonst nirgendwo zugänglich war.
Die geheimnisvolle und doch messbare Heilkraft der Teplice-Quellen

Eine historische Zeichnung des Teplice "City Spa"
Sein nächster Gedanke ist interessant: Er beschreibt, warum Kurgäste von einer so starken positiven Wirkung der Quellen berichten. Zum Zeitpunkt seines Besuchs war Radioaktivität noch unbekannt, und Johnson distanziert sich hier von einer unsichtbaren, „okkulten“ Kraft, die eine solche Wirkung erklären könnte. Und siehe da, er irrte sich; ihm fehlte einfach das nötige Wissen.
Johnson hätte alle Überlegungen zum okkulten Charakter der Heilkraft der Teplice-Quellen wohl verschwiegen, doch der eindeutige Beweis für die Existenz dieser unsichtbaren Kraft – das „Überbaden“ – ließ ihn nicht zur Ruhe kommen. Dieses Syndrom manifestierte sich und manifestiert sich noch heute bei längerem und wiederholtem Baden in den Teplice-Quellen. Damals wurde dieses Problem durch eine Tabelle mit der Anzahl der erlaubten Bäder gelöst, nach deren Ablauf die Behandlung beendet wurde. Doch beide Seiten hatten Recht. Die Kraft existiert, war aber damals noch unbekannt. Es handelt sich um die sekundäre Radioaktivität des Radongases.
In seiner Beschreibung von Teplice findet Johnson die Stadt selbst nicht besonders bemerkenswert. Er beschreibt die Lange Straße (Lange Strasse) als gesäumt von Hotels, von denen aber keines seiner Ansicht nach einen hohen Standard aufweist. Er vergleicht Clary Castle mit einer Baumwollfabrik in Manchester, was eine treffende und humorvolle Beobachtung ist. Die Umgebung von Teplice hingegen hält er für erstklassig. Er beschreibt die Aussicht von den umliegenden Hügeln und von Doubravka. Er erinnert sich an die gewaltige und bedeutende Schlacht der Alliierten gegen Napoleons Armee bei Chlumec. Zu seiner Zeit waren seit dieser Schlacht erst knapp dreißig Jahre vergangen.
Er schließt seine Beurteilung mit der Feststellung, dass Teplice als der mondänste Kurort in den germanischen Ländern gelten könne. Man sagt, dass hier keine Jahreszeit vergehe, ohne dass die Straßen und Kurhäuser von gekrönten Häuptern und Scharen von Adligen bevölkert seien, die nach Wegen suchten, ihre körperlichen Beschwerden zu lindern.
Das Folgende ist ein Zitat aus den Aufzeichnungen von Dr. Richter, die Herr Špita am 18. September 1840 an Johnson übergab. Darin erwähnt er zunächst, dass er das Thema der durch mechanische Verletzungen verursachten Lähmungen völlig vergessen hatte, für die einer der angesehensten Geburtshelfer in den germanischen Ländern, Dr. Siebold, Teplice Spa als wirksamer als jedes andere damals bekannte Medikament wärmstens empfahl.

Eine Karte aus dem Jahr 1830, die das Kurgebiet von Sedlec - Zaječice bis Teplice darstellt, zeugt vom Weltruhm dieses Kurortes.
Er lobt auch die laufenden Bahnprojekte – gemeint sind die Strecken Duchcov–Pražská, Teplice–Ústí und insbesondere Duchcov–Bodenbach (Děčín) mit direkter Anbindung an Dresden. Er ist zu Recht überzeugt, dass die Zahl der Besuche aus London dank dieser Projekte stetig steigen wird.
Das Buch beschreibt auch die Expedition nach Sedlec-Zaječice in humorvollem Stil. Hier scheint sich nichts geändert zu haben, und es ist offensichtlich, dass es schon immer allen recht war, dass die bitteren Salzgebiete jenseits menschlicher Aufmerksamkeit lagen. Damals wie heute. Alle fürchteten stets eine mögliche Verunreinigung der Quellen. Johnson beschreibt, dass selbst in Teplice niemand eine genaue Vorstellung vom Standort des Namens „Sedlitz“ hatte, der ihm so bekannt vorkam. Nach einer mühsamen Reise zu dem Ort, an dem die bitteren Salzquellen gesammelt wurden, wird hier die Verwunderung beschrieben, dass die ursprüngliche Sedlitz-Quelle vollständig durch die Lobkowicz-Quellen von Zaječická (Saidschitzer) ersetzt worden war.
Die Herstellung sogenannter „Sedlice-Pulver“ in der modernen Welt wird hier falsch dargestellt. Obwohl Thomas Savorys Rezept keine einzige Moleküle der Sedlec-Quellen enthielt, wies die Fälschung eine völlig andere chemische Zusammensetzung auf und nutzte lediglich den phänomenalen Ruf des berühmten „Sedlitzer Bitterwassers“. Johnson hingegen beschreibt korrekt die humorvollen Anekdoten von Apothekenkunden, die keine Ahnung haben, dass Zaječická und Sedlecká zwei Bezeichnungen für dieselbe Quelle sind.
