Prinzessin Eleonora Amalia von Schwarzenberg (geb. Lobkowicz) zählt zu den faszinierendsten und legendärsten Persönlichkeiten in der Geschichte des Kurortes Bílín. Ihre Lebensgeschichte vereint den visionären Geist der Kurortgründerin, das Schicksal einer mächtigen Regentin und die düsteren Mythen, die sie bis heute begleiten.

Gründer des Bílina-Spas und ein „Vampir“ mit einem guten Herzen

Eleonora Amálie Magdalena wurde am 20. Juni 1682 in Wien als dreizehntes Kind von Prinz Ferdinand August von Lobkowicz, Herr von Bílina, geboren. Obwohl sie vor allem als Herzogin von Krumlov aus dem Geschlecht der Schwarzenberge in die Geschichte einging, waren ihre Kindheit und Jugend eng mit der Familie Lobkowicz und deren Gut Bílina verbunden. Hier, an den Orten, wo „lebendige Quellen“ aus dem Boden sprudelten, legte sie den Grundstein für den Ruhm des modernen Kurtourismus.

Visitenkarte des Gründers: Jahr 1712

Während die Bílinská kyselka im 16. und 17. Jahrhundert eher als Geschenk der Natur für den Hausgebrauch galt, erkannte Eleonora ihr enormes Potenzial. Um das Jahr 1712 Sie leiteten eine groß angelegte Sanierung vernachlässigter Quellen ein. Das Wasser wurde fachmännisch in schmalen Sandsteinbecken gesammelt und mit Holzbarrieren versehen. Drei dieser Quellen wurden für den regelmäßigen Gebrauch erschlossen und somit de facto zu nutzbaren Quellen gemacht. gründete das erste kleine Bílina-ThermalbadMit diesem kühnen Schritt begann sie eine Ära, die ein Jahrhundert später im weltberühmten Ruf der „Königin der Heilquellen – Bílinské Kyselka“ gipfelte.

Tödliche Wunden und ein mächtiger Regent

Ihr Leben war nicht einfach. Sie heiratete Adam Franz von Schwarzenberg, doch die Ehe blieb lange kinderlos und war von Skandalen überschattet. Die Versöhnung der Eheleute und die Geburt des ersehnten Erben Josef Adam erfolgten erst nach vielen Jahren, was Zeitzeugen wundersamen Heilungen zuschrieben (darunter dem Trinken von Wolfsmilch).

Der Wendepunkt kam 1732, als ihr Mann bei einer Jagd nahe Brandýs nad Labem versehentlich von Kaiser Karl VI. selbst angeschossen wurde. Eleonora erwies sich als eine außerordentlich starke und fähige Frau. Als Regentin übernahm sie die Verwaltung des riesigen Herrschaftsgebiets der Schwarzenbergs und führte es mit fester Hand und beispiellosem wirtschaftlichem Geschick, bis ihr Sohn volljährig war.

Die Legende der "Vampirprinzessin"

In den letzten Jahren ist Eleanor dank der Theorie, sie habe als Vorbild für Stokers Dracula gedient, populär geworden. Ihre Vorliebe für die Wolfszucht, nächtliche Ausritte und die mysteriöse Krankheit (vermutlich Krebs), die sie vor ihren Augen veränderte, flößten den Menschen Furcht ein. Nach ihrem Tod in Wien (1741) wurde sogar eine Autopsie durchgeführt und ihr Herz durchbohrt, was damals üblich war, um die „Untoten“ zu bekämpfen. In Bílina hingegen erinnern wir uns anders an sie – als eine aufgeklärte Aristokratin, die der Stadt ihren größten Reichtum bescherte.