Dieses Dokument vom 20. Juni 1922 ist die technische „Geburtsurkunde“ der modernen Quellwassergewinnung in Bílina. Der Bericht des Ingenieurs Arnold Scherrer vom Kurort Bad Ems geht den Wurzeln auf den Grund – er beschreibt, wie technisch sichergestellt werden kann, dass das Mineralwasser von Bílina auch unter schwierigen geologischen Bedingungen sauber, sprudelnd und stabil bleibt.
Das technische Herzstück der Federn – Bericht des Ingenieurs Scherrer (1922)
1922 stand die Fürstliche Quellenverwaltung von Bílina vor einer grundlegenden Herausforderung: Wie ließe sich die Quellensammlung modernisieren, ohne ihre einzigartige Zusammensetzung zu beeinträchtigen? Das vorliegende Dokument ist ein Gutachten des Ingenieurs Arnold Scherrer, das die tief unter der Erde verborgenen technischen Anlagen des Kurgebiets detailliert beschreibt.
Schwerpunkt auf absoluter Reinheit: Zinn und Bronze
Scherrers Bericht offenbart den kompromisslosen Qualitätsanspruch der Familie Lobkowicz. Um jegliche Verunreinigung des Mineralwassers zu verhindern, wurden für die Rohrleitungen die teuersten verfügbaren Materialien verwendet.
- Reines Zinn: Alle Leitungen zur Verteilung von Mineralwasser bestanden aus Zinn, das weder mit Mineralien noch mit Kohlendioxid reagiert.
- Spezielle Bronze: Für die wichtigsten Beschläge an der Hauptfelsenquelle wurden Gussteile aus einer speziell entwickelten Bronze verwendet.
Gegen einen sich bewegenden Berg ankämpfen
Der Bericht liefert faszinierende Belege für die geologische Komplexität von Bílina. Ingenieur Scherrer beschreibt das Phänomen des „gleitenden Grundgesteins“, bei dem sich Mergelschichten über einem Gneissockel bewegen. Diese Bewegung bedrohte die Stabilität der Schächte und des nahegelegenen Kurhauses. Das Dokument beschreibt ein ausgeklügeltes System aus Schutzpfeilern und Dichtungen aus plastischem Ton, die diesen Bewegungen entgegenwirken sollten.
Technologie zur Erhaltung von „Blasen“
Der Schlüssel zum Erfolg der Bílinská kyselka liegt in ihrem natürlichen Kohlendioxidgehalt. Scherrer beschreibt im Bericht die Installation von Kolbenpumpen im Josef-Schacht, die sehr langsam liefen. Diese schonende Pumpmethode sollte verhindern, dass Gas aus dem Wasser auf seinem Weg zur Oberfläche entweicht – dadurch blieb das Wasser so natürlich sprudelnd, wie wir es heute kennen.
Dieser Bericht beweist, dass Bílinas Ruhm nicht nur auf seinen natürlichen Reichtum zurückzuführen war, sondern auch auf erstklassige europäische Ingenieurskunst und die Bereitschaft, in die besten Technologien seiner Zeit zu investieren.
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### **AUS DEM MUSEUMSARCHIV: Das technische Herzstück der Quellen – Bericht des Ingenieurs Scherrer (1922)**
1922 stand die fürstliche Quellenverwaltung in Bílina vor einer grundlegenden Herausforderung: Wie ließe sich das Quellwassergewinnungssystem modernisieren, ohne dessen einzigartige chemische Zusammensetzung zu beeinträchtigen? Das hier vorgestellte Dokument ist ein Gutachten des Ingenieurs Arnold Scherrer aus Bad Ems, das die tief unter dem Kurgelände verborgene technische Infrastruktur detailliert beschreibt.
#### **Verpflichtung zu absoluter Reinheit: Zinn und Bronze**
Scherrers Bericht offenbart den kompromisslosen Qualitätsanspruch der Familie Lobkowicz. Um auch nur die geringste Verunreinigung des Mineralwassers zu verhindern, wurden die teuersten Materialien der damaligen Zeit verwendet.
* **Reines Zinn:** Alle Mineralwasserverteilungsleitungen wurden aus Zinn hergestellt, das weder mit Mineralien noch mit Kohlendioxid reagiert.
* **Spezialbronze:** Für die kritischen Stellen der "Felsenquelle" wurden speziell gegossene Bronzearmaturen verwendet.
#### **Der Kampf mit dem sich bewegenden Boden**
Der Bericht liefert faszinierende Einblicke in die geologische Komplexität von Bílina. Ingenieur Scherrer beschreibt das Phänomen der „Schichtverschiebungen“, bei denen sich Mergelschichten über den Gneisuntergrund bewegen. Diese Bewegung bedrohte die Stabilität der Schächte und des nahegelegenen Kurhauses. Das Dokument erläutert detailliert ein ausgeklügeltes System aus Schutzpfeilern und plastischen Tondichtungen, das diesen geologischen Verschiebungen standhalten sollte.
#### **Technologie zur Erhaltung des "Glanzes"**
Der Schlüssel zum Erfolg des Bílinská Kyselka liegt in seinem natürlichen CO₂-Gehalt. Scherrer beschreibt in seinem Bericht die Installation von Kolbenpumpen im Joseph-Schacht, die mit sehr geringer Drehzahl betrieben wurden. Diese schonende Fördermethode sollte verhindern, dass Gas aus dem Wasser entweicht, während es zur Oberfläche aufsteigt, und so sicherstellen, dass das Wasser natürlich kohlensäurehaltig bleibt.
Dieser Bericht ist der Beweis dafür, dass Bílinas Ruhm nicht nur auf natürlichen Reichtümern, sondern auch auf erstklassiger europäischer Ingenieurskunst und der Bereitschaft, in die besten Technologien der damaligen Zeit zu investieren, beruhte.





