In unserem Museumsarchiv bewahren wir ein Dokument auf, das eindrucksvoll von den Ambitionen und dem internationalen Ruhm der Bílina-Quellen zeugt. Es handelt sich um eine Vertragsänderung vom 9. März 1947, unterzeichnet von der Direktion der Max-Lobkowicz-Quellen in Bílina. Dieses Dokument ist nicht nur ein trockener Rechtstext; es fängt den letzten Atemzug des freien Unternehmertums in Böhmen vor dem schicksalhaften Jahr 1948 ein.

Bílina als Zentrum des Weltmarktes

Der interessanteste Punkt des Dokuments ist der Geltungsbereich, für den die Quellendirektion eine Exklusivvertretung aushandelte. Der Vertrag mit dem Schweizer Direktor W. Putterknecht betraf:

  • Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
  • Mexiko
  • Mittel- und Südamerika (einschließlich der angrenzenden Inseln)
  • Es ist faszinierend, dass im März 1947 das Mineralwasser aus Bílina und das Bitterwasser aus Zaječická als Premiumprodukte galten, die für eine massive Expansion auf dem amerikanischen Kontinent bereit waren. Das Dokument belegt, dass Bílina zu jener Zeit ein bedeutendes europäisches Zentrum des Mineralwasserhandels war.

Kauf der Mattoni AG durch Max Lobkowicz

Auf dem Dokument ist eine besondere Verbindung erkennbar. Obwohl der Briefkopf von Max Lobkowicz stammt, befinden sich am Ende, neben seinem Stempel, die Unterschrift und der Stempel der Aktiengesellschaft Jindřich Mattoni (Kysibl-Kyselka bei Karlsbad), die sich damals bereits im Besitz von Max Lobkowicz befand.

  • Bílinská saurer Wein (Biliner Sauerbrunn)
  • Zaječická bitter (Saidschitzer Bitter-Wasser)
  • Mattonis Acid (Giesshübler)
  • Crown (Krondorf)

Diese vier „Perlen“ der tschechischen Kurindustrie bildeten ein gemeinsames Exportpaket (sogenannte Frühlingsprodukte), für das der Vertrag auch in den schwierigen Nachkriegsjahren Mindestabnahmemengen garantierte.

Personen im Hintergrund: Wer hat Geschichte geschrieben?

GewebeDer Text nennt bestimmte Persönlichkeiten, die an der Spitze des Unternehmens Bílina standen:

Max Lobkowicz: Besitzer und Diplomat, der in turbulenten Zeiten versuchte, das Familienerbe zu bewahren.

Direktor Jelínek und Herr Zita: Wichtige Führungskräfte des Hauptsitzes in Bílina, die die direkten Verhandlungen mit ausländischen Partnern führten.

Jan Hrdlička: Bevollmächtigter der Schweizer Partei in Prag, der den Kontakt zwischen Bílina und Westeuropa vermittelte.

Warum ist dieses Dokument heute wichtig?

Für das Museum von Bílina ist dieses Blatt Papier ein Symbol unseres beruflichen Stolzes. Es beweist, dass die Tradition, die wir heute pflegen, über Jahrhunderte auf Weltklasseniveau aufgebaut wurde. Wenn wir heute in Bílina Mineralwasser abfüllen, führen wir das Werk von Generationen fort, die keine Scheu davor hatten, unseren natürlichen Reichtum an die Küste Mexikos oder in die Straßen von New York zu exportieren.

Dieses Dokument ist Teil des digitalen Archivs des Bílina-Museums und kann in unserer Ausstellung zur Geschichte der fürstlichen Abfüllanlage eingesehen werden.